Sopha Selbsthilfe

Aktuelles (Weblog)

20.11.2022 :: Therapieplatz Gruppentherapie

Eigentlich ist die Gruppentherapie eine sehr wirksame Methode. Gerade bei Sozialphobie, wo die Ängste sich im Kontakt mit anderen Menschen abspielen, ist eine Gruppentherapie besonders geeignet.

Das die Gruppentherapie so wenig bekannt und etabliert ist, liegt an unserem Gesundheitssystem. Für Therapeuten war sie bisher finanziell wenig attraktiv, weshalb Therapeuten fast ausschließlich Einzeltherapien angeboten haben. Mittlerweile ändert sich da einiges.

Um einen Gruppentherapieplatz zu finden, gibt es jetzt eine neue Internetseite. Vielleicht werdet ihr ja fündig:

19.11.2022 :: Konflikte im inneren Team

Wir alle haben widerstreitende Anteile in uns. Sind wir ausgeglichen und im Frieden mit uns selbst, leben diese Persönlichkeitsanteile harmonisch miteinander zusammen. Werden wir hingegen mit bestimmten Situationen konfrontiert, kann schnell Unfrieden in uns entstehen. Dann kämpfen Persönlichkeitsanteile gegeneinander.

Für die seelische Gesundheit ist es von zentraler Bedeutung, wie diese Persönlichkeitsanteile miteinander agieren und ob es uns gelingt, uns immer wieder auszubalancieren und auch innere Konflikte zu lösen.

Es ist erstmal nichts Problematisches daran, dass innere Konflikte entstehen. Als Beispiel: Ein Anteil würde jetzt liebend gerne eine Tafel Schokolade essen. Ein anderer Anteil meint, das wäre nicht gut, weil man davon zunimmt und es ungesund ist. Wenn man kleinen Kindern Schokolade vorenthält, kann man sehr gut beobachten, welche Kämpfe und Dramen ausgetragen werden, um doch an die Schokolade zu kommen. So in etwa kann das auch in uns selbst ablaufen. Genuss kämpft gegen Vernunft.

Diese inneren Konflikte sind deshalb normal, weil die Realität eben so widersprüchlich und komplex ist. Genuss ist in unserem Beispiel ein wichtiger Lebensinhalt, körperliche Gesundheit aber auch. Uns ständig jeden Genuss zu verbieten kann genauso wenig eine gute Lösung sein, wie permanent Dinge zu tun, die unserer körperlichen Gesundheit schaden. Wir müssen abwägen, müssen unsere Balance zwischen den Bedürfnissen finden und das bleibt das ganze Leben lang eine Herausforderung.

Was man in dieser Hinsicht aber stark verbessern kann: Den Umgang mit uns selbst. Es ist im Grunde wie bei realen Gruppen und wie dort mit Konflikten umgegangen wird. Es gibt gesunde Formen, Konflikte auszutragen und darüber wurde schon viel geforscht und geschrieben. Diese Ideen sind fast immer auch auf das innere Team übertragbar.

Beispiel: In Gruppen können wir es erleben, dass bestimmte Meinungen abgewehrt und unterdrückt werden. Ist das ein gesunder Umgang in einer Gruppe? Natürlich nicht. Und das rächt sich auch oft. Denn Unterdrücktes sucht sich einen anderen Weg, meist sind es unschöne Wege, die das Miteinander vergiften können. Menschen, die man unterdrückt, fühlen sich in ihrer Rolle nicht wohl, so entsteht Wut, Ärger oder gar Hass. Im Grunde wissen und fühlen wir es auch, dass es nicht gut ist, Menschen in einer Gruppe zu unterdrücken.

Es besteht also eine große Chance und es ist auch eine große Baustelle, die innere Kommunikation zu verbessern. Es geht darum, alle Persönlichkeitsanteile, Bedürfnisse und Meinungen zu sehen und anzuerkennen. Manchmal begegnet man dabei auch hässlichen Meinungen, die wir auch irgendwie aushalten müssen. Und oft ist es ja so, dass hinter hässlichen Einstellungen tiefere Bedürfnisse stecken, die annehmbar sind.

Beispiel: Wenn ich bemerke, dass ich einen bestimmten Menschen einfach nur ablehne, könnte ich genauer hinschauen, woher diese Ablehnung kommt. Und dann entdecke ich vielleicht, dass diese Person schon oft meine Bedürfnisse übergangen hat. Und wenn mir das klar wird, dann kann ich auch Verständnis für diese Seite in mir entwickeln.

Genau darum geht es ganz viel: Verständnis und Mitgefühl für alle meine Seiten entwickeln. Man muss nicht alles gut finden, aber es braucht erstmal ein Verständnis, was die Gründe und Ursachen für eine innere Haltung sind.

Wenn man so übt, mit sich wertschätzend und verständnisvoll umzugehen, entwickelt sich über die Jahre ein wohlwollendes inneres Klima. Man lernt, mit der eigenen Widersprüchlichkeit auf gute Weise umzugehen. Selbsthass wird dann zu Selbstliebe. Und diese Selbstliebe ist so wichtig für einen gesunden Umgang mit sich selbst. Das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil persönlicher Reifung und seelischer Gesundheit.

In unseren Gruppen hören wir sehr oft von Perfektionismus und dem inneren Kritiker. Der innere Kritiker ist eine schwierige innere Persönlichkeit. Oft ist es ein Introjekt. Es spiegelt die Art und Weise wieder, wie mit uns in der Kindheit oder anderen prägenden Phasen umgegangen wurde.

So, wie mit uns umgegangen wurde, so gehen wir heute mit uns selbst um. Und wenn an der Art, wie mit uns umgegangen wurde, vieles krank, kalt und entmenschlicht war, so gehen wir heute auf diese Art mit uns selbst um. Und das führt täglich zu Schmerz und quält uns.

Deshalb ist es so wichtig, diesen Umgang mit sich selbst in einem ersten Schritt zu erkennen. Wir müssen erkennen, wo das Falsche im Umgang mit mir selbst liegt. Und eigentlich ist es immer ein Mangel an Liebe, der uns belastet. Es ist der verinnerlichte lieblose Umgang, den wir erfahren haben. Und was braucht es, wenn ein Mangel an Liebe die Ursache ist? Natürlich Liebe.

Liebe meint hier, die ganz alltäglichen kleinen Dinge, die wir für uns tun können. In der Regel kann man mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, was ein guter Umgang mit sich und anderen ist , weil es konstruktiv, einfühlsam, warmherzig und hoffnungsvoll ist. Es ist die Entscheidung für das Leben und für die Förderung von Leben. Wenn wir hier achtsam sind, können wir es erkennen und dies dann auch aktiv nähren. Genauso, wie wir das Kalte in uns erkennen und uns in dem Moment auch oft umentscheiden können. Es muss eine bessere Alternative geben, wie man mit sich und anderen umgehen kann und die gilt es in solchen Momenten zu finden.

-- Fred

10.10.2022 :: Weitung der Persönlichkeit

Ängste führen oft zu starren Verhaltensweisen. Das ist auch nachvollziehbar, weil man sich vor allem schützen will, was neu und unvorhersehbar ist. Es ist sozusagen ein Bewältigungsmechanismus, für den man aber einen hohen Preis zahlt.

Insofern ist es ein heilsamer Weg, diese Starrheit wieder aufzulösen. Es geht darum, sich zu weiten als generelles Lebensprinzip. Immer dann, wenn man bemerkt, dass man sich starres Verhalten geschaffen hat, kann man eine Idee entwickeln, was jetzt eine Weitung wäre.

Man kann es auch zu einer regelmäßigen Angewohnheit machen, Dinge anders zu tun, als man sie gewohnt ist. Raus aus Gewohnheiten lautet das Motto. Und Interesse und Neugier zu entwickeln für alles, was man mal spontan anders machen kann.

Dieser Ausstieg aus Gewohnheiten und die kreative Neugestaltung gibt dem Leben Würze und neue Spannung. Wir brauchen nur regelmäßig etwas Mut, um uns auszuprobieren.

Wer sich weitet, der wächst. Wer erstarrt, veharrt mitunter Jahre im Gleichen und beraubt sich seiner Entwicklung.

Gestern hatten wir ein schönes Zitat in der Gruppe, was wohl Peter Sloterdijk mal gesagt haben muss: "Die Etablierung des Unwahrscheinlichen." Es geht also darum, nicht immer nur das zu wiederholen, was wahrscheinlich und eingeübt ist, woran man sich festhält. Es geht darum, mal etwas zu tun, was man sonst eigentlich nicht machen würde. Einfach, um neue Erfahrungen zu machen, die das eigene Leben weiten.

Wer regelmäßig neue Erfahrungen macht, der wächst über die Jahre stark und entfaltet sein Wesen.

Wichtig ist, auch die Kunst des heiteren Scheiterns zu entwickeln. Denn wenn wir was Neues ausprobieren, werden wir auch immer mal wieder scheitern. Dinge werden nicht so laufen, wie geplant. Wenn wir das mit Leichtigkeit annehmen und begrüßen können, verlieren wir die Angst vor Neuem. Eine Therapeutin, die uns mal unterstützte, sagte immer: Scheiter heiter!

-- Fred

08.07.2022 :: Bericht vom Sommerfest 2022 (von Martin M., gekürzt)

Am Samstag, 2. Juli fand unser alljährliches Sopha-Sommerfest im Dortmunder Westpark statt. Vom Wetter her hätten wir es nicht besser treffen können: Blauer Himmel, weiße Wolken, schön warm und Schatten spendende Bäume, da war für jeden seine persönliche UV-Dosis selbst regelbar.

Sopha Sommerfest

Unser Sommerfest-Event-Platz war nahe am Eingang Cafe Erdmann/Ritterstrasse(dort sind Fahrrad-Ständer und ein PKW-Parkplatz; auch Toiletten für Hygiene sind dort mehrfach vorhanden). Der Abstand zu benachbarten Leuten auf anderen Decken samt Grillgerät war angenehm (ca. 20 Meter). Ich denke, keiner musste „befürchten, belauscht zu werden“.

Was haben wir gemacht? Nach der etwas längeren „Ankomm-Phase“ von ca. 30 bis 45 Minuten, haben wir ein paar Kontakt- und Kommunikation-Spiele gemacht (Namen merken, Blickkontakt aufnehmen) inklusive eines „Match-Two-Spiels“. Hierbei gab es zackig zerschnittene Karten mit einem einzigartigen Schnittmuster. Nur zwei Hälften passten genau zueinander. Hatte frau/man sein „Gegenstück“ gefunden, gab es einen zeitlich begrenzten 2er-Austausch. Das haben wir dreimal wiederholt, bis der Gesprächsbedarf erstmal gedeckt war. Daraufhin gab es etwas Leerlauf. Währenddessen haben wir den Grill angefeuert und unsere Picknick-Leckereien ausgepackt. Damit haben wir uns wirklich Zeit gelassen, so dass es dabei entspannt zuging. Einige hatten sogar praktische Campingstühle dabei. Im Laufe des Abends gab es dann noch Kartenspiele und Lust&Laune-Gespräche mit „Alten Bekannten“ und „Newbies“. Störungen oder Probleme gab es keine. Ach ja: Später gab es noch etwas körperliche Aktion mit Frisbee-Scheibe. Über den Tag verteilt waren ungefähr 15 Leute da. Das Gender-Verhältnis war mit leichtem Plus für die weiblichen Wesen.Es war nach den ersten Rückmeldungen eine schöne Sache – klar, die Überwindung hinzugehen, will erstmal geschafft sein!

Hoffentlich habe ich für alle, die nicht da waren, einen kleinen Einblick geben können; und vielleicht sehen wir dann auch „neue Gesichter“ auf dem Sommerfest 2023? Oder schon sehr bald in der „Offenen Sopha Gruppe“ (alle 14 Tage).

02.07.2022 :: Sommerfest

Auch dieses Jahr haben wir wieder ein Sommerfest organisiert. Wir waren in einem Park in Dortmund. Das Wetter war optimal. Insgesamt kamen 17 Personen, für die Corona-Nachwirkungen eine gute Zahl.

Das Sommerfest ist eine gute Möglichkeit, sich mal in schöner Atmosphäre gruppenübergreifend kennenzulernen. Bei Sopha haben wir ja zahlreiche Gruppen und viele sehen sich übers Jahr hinweg nicht. Das Sommerfest ist eine Einladung an alle Gruppen, wodurch neue interessante Kontakte entstehen können. Gerade bei unserer Thematik ist es ja wichtig, immer wieder Kontaktmöglichkeiten zu schaffen.

Auch ein paar Ehemalige waren wieder dabei, was auch ganz nett ist, sich mal wieder so zu begegnen.

Sich draußen zu treffen, ist natürlich in Corona-Zeiten auch sehr angenehm, die Ansteckungsgefahr ist hier sehr gering.

Dieses Jahr haben wir anfangs ein paar Kennenlernspiele gemacht. Die Idee dahinter war, dass sich möglichst viele schonmal persönlich kennengelernt haben, so dass sich Barrieren abbauen. Ich denke, das ist ganz gut gelungen, so dass später auch ein guter Austausch entstand.

-- Fred

07.06.2022 :: Gruppentherapieplätze

Eigentlich ist Gruppentherapie gerade bei sozialen Ängsten total sinnvoll. Natürlich gibt es immer Dinge, die man besser in Einezeltherapie besprechen kann, aber die Gruppentherapie bietet die Möglichkeit einer vielfältigen Interaktion, in der der Therapeut einem Rückmeldung geben kann. So ist man viel näher dran an vielen Themen der sozialen Phobie.

Leider gibt es derzeit noch sehr wenige Gruppentherapie-Angebote. Das hängt mit unserem Gesundheitssystem zusammen, in dem die Gruppentherapie nicht besonders gut bezahlt wurde. Das hat sich aber in den letzten Jahren etwas geändert, die Möglichkeiten haben sich verbessert, Gruppenangebote werden attraktiver für Therapeuten.

Noch ist das Angebot überschaubar. Es gibt jetzt eine interessante Homepage, wo man nach Gruppenangeboten recherchieren kann:

Hinter diesem Angebot steht die Dr. Becker Unternehmensgruppe, die z.B. am Möhnesee auch eine psychosomatische Klinik betreibt mit recht guten Bewertungen:

07.06.2022 :: Situation Offene Gruppe

Nach dem Reaktivierungstreffen sind wir jetzt wieder gut gestartet. In der ersten Offenen Gruppe danach waren wir zu zwölft. Das ist gerade so die Zahl Teilnehmer, die unter Corona-Bedingungen gut in den etwa 6x6 Meter großen Raum passt.

Wir wollen versuchen, neben den Gesprächen auch neue experimentelle Elemente mit in die Gruppe zu holen, wo man auf unterschiedlichsten Ebenen sich ausprobieren und so praktisch etwas lernen kann. Das wollen wir aber langsam angehen, um niemanden zu überfordern. Und natürlich entscheidet immer jeder selbst, ob etwas für ihn stimmig ist. In der Selbsthilfegruppe ist das immer sehr wichtig, dass jeder selbst Verantwortung für sich übernimmt.

Zum Thema Maske: Wir sind jetzt dazu übergegangen, dass sich jeder selbst entscheidet, ob er Maske in der Gruppe tragen will. Eine Vorschrift gibt es offiziell auch nicht mehr. Bei der letzten Gruppe hat sich gezeigt, dass die meisten mittlerweile auf Maske verzichten. Wir möchte aber dazu ermutigen, dass jeder weiter Maske trägt, der das möchte. Also nicht irgendeinem Gruppenselbstverständnis folgen, wenn das für einen nicht stimmig ist.

02.06.2022 :: Reaktivierungstreffen Offene Gruppe

Am letzten Sonntag hatten wir ein Reaktivierungs-Treffen für die Offene Gruppe. Durch die Corona-Situation war viel Durcheinander, worunter wohl die einende Kraft in den Gruppen gelitten hat. Eine Gruppe wird vor allem dann zu einem anziehenden Punkt, wenn sie wirklich zusammenwächst. Wenn also möglichst regelmäßig die gleichen Menschen zusammenfeinden.

Jetzt sollte es also einen gewissen Neustart geben. Wir trafen uns, um generell zu überlegen, wie wir die Offene Gruppe in Zukunft gestalten wollen. Insgesamt waren 11 Personen zu diesem Reaktivierungs-Treffen Vorort.

Neben den Gesprächen war auch der Wunsch da, mehr Praxis zu machen. Also auch konkrete Übungssituationen in der Gruppe zu haben. Was das konkret bedeutet, ist noch nicht geplant. Auf jeden Fall wollen wir darauf achten, das jeder selbst bestimmt, auf was er sich einlassen will. Denn wir sind ja alle ganz unterschiedlich, manch einer braucht konkrete Herausforderungen, andere sind froh, überhaupt erstmal Teil einer Gruppe zu sein, ohne irgendwas leisten zu müssen. Danach müssen wir uns ausrichten.

Plan ist jetzt jedenfalls, dass die Offene Gruppe wieder ausschließlich Vorort stattfindet. Die Online-Gruppen fallen weg. Jetzt, wo persönliche Begegnung wieder möglich ist, wollen wir uns darauf fokussieren.

17.03.2022 :: Wie läufts derzeit so?

Die Corona-Zahlen sind gerade mal wieder sehr hoch, Inzidenz um 1600. Machen wir eigentlich noch Gruppen? Ja, machen wir. Im Februar hatten wir uns entschieden, einige Gruppen wieder als Videokonferenzen anzubieten. Das klappt ganz gut und manch einer sagt, das ist so schön bequem, das direkt von zu Hause machen zu können. Umgedreht ist der reale Kontakt Vorort natürlich noch mehr.

Vorort treffen sich derzeit auch einige Gruppen:

  • Eine Offene Gruppe am Sonntag alle 14 Tage
  • Die Aktionsgruppe
  • Die Spielegruppe
  • Teilweise auch die Kerngruppen

Die Kerngruppen sichern sich derzeit ab, in dem jeder vor dem Treffen einen Schnelltest macht. Vorort sorgen wir auch gut vor: Regelmäßiges Lüften, 2 Luftreiniger, Einhaltung von Abständen und das Tragen von Masken. Desinfektionsmittelspender sind auch verfügbar.

Neueinsteiger können derzeit auch problemlos mit hinzu kommen. Schreibt uns einfach eine Mail, dann nehmen wir euch in den Mailverteiler auf. Über den Mailverteiler bekommt ihr für jede Gruppe eine Einladung. In einer Nuudel/Doodle-Liste trägt sich jeder ein, der kommen will. So haben wir einen Überblick, damit die Räume nicht überfüllt werden. Maximal 9 Personen sollen derzeit in den 36 m² großen Raum.

06.03.2022 :: Soziotherapie

Eine Therapiemöglichkeit, die noch wenig bekannt ist, ist die Soziotherapie. Zielgruppe sind Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Man will damit vor allem erreichen, dass Betroffene ihr Leben eigenständig leben können und damit häufige Aufenthalte in Psychiatrien vermeiden.

Soziotherapie ist im Abgrenzung zur Psychotherapie eine Unterstützung in den alltäglichen Dingen. Hierfür kommt eine Soziotherapeutin typisch in die Wohnung des Betroffenen, um Unterstützung bei den alltäglichen Dingen zu geben. Es ähnelt damit dem Angebot des ambulant betreuten Wohnens.

Bisher ist diese Form der Hilfe wenig bekannt und es gibt auch kaum Soziotherapeuten bzw. Einrichtungen, die Soziotherapie anbieten.

Hier in Dortmund gibt es das BSG, die 2 Soziotherapeut*innen haben.

Für wen das Angebot grundsätzlich interessant ist, wendet sich zuerst an seinen Arzt, über den man eine Verordnung bekommt. Dann kann man sich an einen Soziotherapeuten wenden und nach möglichen Terminen fragen.

Für die Erbringung der Leistung muss man auch einen Eigenanteil bezahlen, der bei 5-10 Euro pro Sitzungseinheit liegt. Nach unserem Wissen ist die maximale Zuzahlung pro Jahr aber auf die 2% des Bruttoeinkommens beschränkt, wobei auch alle anderen Zuzahlungen für Medikamente oder Psychotherapie da mit hinein gehören.

Weblinks:

10.02.2022 :: Angst und Wut

Angst und Wut sind oft miteinander verbunden. Oder anders herum, Wut wird als Gefühl oft unterdrückt und abgelehnt und sorgt dann für Angst. Insofern ist es gut, sich mit dem Gefühl der Wut auseinanderzusetzen und zu erkennen, wie man persönlich mit Wut umgeht. Habe ich gut gelernt, mit meiner Wut umzugehen oder unterdrücke ich sie? Wenn ich sie unterdrücke, wie kann ich ihr wieder dazu verhelfen, frei zu fließen? Und zwar in einem gesellschaftlich akzeptierten Rahmen, ohne andere Menschen zu schädigen.

Hier ein Artikel zum Thema:

06.01.2022 :: Erstzugang Therapie

Seit ein paar Jahren ist der Erstzugang zu einer Psychotherapie neu geregelt. Es gibt seit 2017 eine psychotherapeutische Sprechstunde. In dieser Sprechstunde geht es darum, die therapeutische Marschrichtung abzustecken. Brauche ich eine Therapie? Welche Therapie macht Sinn? Was sind realistische Ziele? Liegte eine psychische Erkrankung vor und was sind mögliche Diagnosen?

So eine Sprechstunde kann über 25min oder 50min gehen. Bis zu 6 Sprechstunden a 25min sind gesetzlich möglich.

Diese Sprechstunde ist Voraussetzung für eine folgende Psychotherapie. Hier muss dann auch geklärt werden, wann man mit dem Beginn einer Therapie rechnen kann. Leider sind die Wartezeiten derzeit sehr hoch, typisch liegen sie zwischen 6-18 Monaten. Wer zeitlich flexibel ist und vielleicht auch irgendwo einspringen kann, falls ein Patient absagt, kann deutlich schneller zu seiner Psychotherapie kommen.

Weblinks:

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