Sopha FAQ - Oft gestellte Fragen
Selbsthilfegruppe
Wieviele Mitglieder haben die Gruppen?
Die Sopha Kerngruppe ist auf 9-12 Mitglieder beschränkt. Die Offene Gruppe ist wegen ihres Charakters nicht festgelegt, typisch sind jedoch 8-16 Betroffene.
Welches Alter haben die Mitglieder?
Von 25 bis 55 ist das typische Alter. Natürlich sind auch jüngere wie ältere Menschen herzlich willkommen.
Wieviele Frauen und Männer sind in den Gruppen?
Interessanterweise kommen recht beständig mehr Männer als Frauen in die Gruppen. Das scheint ein bundesweiter Trend zu sein, was sich im Austausch mit anderen Gruppen zeigte. Typischerweise sind es etwa 1/3 Frauen und 2/3 Männer. Ein Grund könnte sein, das Frauen besser mit Freundinnen über ihre Probleme sprechen können und so schon eine Möglichkeit der Entlastung haben. Vielleicht wagen sie auch schneller den Weg zum Therapeuten. Bei Männern ist das Reden über psychische Probleme oft noch wenig verbreitet, so dass nur Selbsthilfegruppe oder Therapie so eine Möglichkeit bietet. Männer stehen zudem unter einem größeren gesellschaftlichen Druck. Bei Frauen ist eine gewisse Zurückhaltung akzeptiert, bei Männern wird sie schnell als Schwäche angesehen. Männer stehen auch oft in stärkerer Konkurenz, in der sie sich behaupten müssen.
Wie auch immer, für den Gruppenprozess ist es förderlich, wenn beide Geschlechter gut vertreten sind.
Wie kann ich an Eurer Selbsthilfegruppe teilnehmen?
An der Offenen Gruppe kann jeder ohne Voranmeldung teilnehmen. Die Termine werden unter Termine regelmäßig bekanntgegeben. Du kannst dich auch mit unserem Ansprechpartner in Verbindung setzen, die Telefonnummer bekommst du über die Selbsthilfe-Kontakstelle Dortmund. Für die Teilnahme an den Kerngruppen ist eine persönliche Absprache nötig. Teilweise sind diese für einen gewissen Zeitraum geschlossen, so dass ein Einstieg einige Zeit dauern kann.
Wie läuft so ein Gruppentreffen ab?
Die Offene Gruppe läuft in der Regel so ab:
- Kurze Entspannung
- 3-5 Minuten eine kurze Entspannung zum Ankommen. Das kann z.B. eine kleine Körperreise sein. Mit macht, wer mag.
- Anfangsblitzlicht
- Hier hast du die Möglichkeit, kurz etwas über dich zu erzählen. Wie geht es dir? Wie war die Woche? Was ist gerade wichtig in deinem Leben? Was beschäftigt dich? Über welches Thema möchtest du heute abend sprechen? Für Neue ist es auch eine Möglichkeit, kurz was davon zu erzählen, was der bisherige Weg war, wie man zu dieser Gruppe gefunden hat, was man sich erhofft. Das Blitzlicht ist eine Einladung an dich, keine Pflichtübung. Wenn dir nichts einfällt, brauchst du nichts zu sagen.
- 1. Themenrunde
- Wenn jemand ein Thema mitgebracht hat, können wir darüber sprechen. Das kann alles sein, was dich irgendwie beschäftigt und mit sozialen Ängsten bzw. seelischer Entwicklung im Zusammenhang steht. Mitunter bereiten wir auch zu einem bestimmten Thema etwas vor, worüber wir uns dann näher austauschen können.
- Pause
- Nach etwa 1 Stunde machen wir 15-30 Minuten Pause. Manche nutzen die Möglichkeit, hier mit dem einen oder anderen in Kontakt zu kommen. Wem alles etwas viel ist, kann einen kleinen Spaziergang draußen machen oder gemütlich einen Tee trinken.
- 2. Themenrunde
- Nach der Pause wird meistens nochmal in ein zweites Themengespräch eingestiegen.
- Abschlußrunde
- Zum Schluß machen wir eine ganz kurze Abschlußrunde, in der jeder sagen kann, wie der Abend für ihn war.
Gibt es in meinem Umkreis eine Selbsthilfegruppe?
In jeder größeren Stadt gibt es eine Selbsthilfe-Koordinationsstelle. Die können dir sicherlich bei der Frage weiterhelfen, was für Gruppen es in deiner Nähe gibt. Die haben so Namen wie NAKOS, DAG oder K.I.S.S. Die Gesundheitsämter der jeweiligen Stadt können Auskunft über Selbsthilfemöglichkeiten geben. Dein Hausarzt bestimmt auch. Im Internet gibt es mittlerweile eine große und umfassende Adressliste auf http://www.nakos.de.
Unter sozial-phobie.net entsteht ein zentrales Verzeichnis von Sozial-Selbsthilfegruppen in Deutschland.
Es muß nicht unbedingt eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit sozialen Ängsten sein. Die findet man relativ selten. Es gibt viele Gruppen, die sich mit Ängsten, Depressionen und emotionalen Schwierigkeiten beschäftigen. Oder auch damit, sich seelisch weiterzuentwickeln. Vielleicht fühlst du dich in einer dieser Gruppen gut aufgehoben.
Und noch ein Hinweis: Jede Selbsthilfegruppe ist anders. Gib den Gedanken an Selbsthilfe nicht zu schnell auf, nur weil dir eine Gruppe nicht zugesagt hat. Die nächste Gruppe ist vielleicht das, was du gesucht hast.
Kostet die Teilnahme an den Sopha Gruppen etwas?
Seit März 2003 müssen wir Raummiete bezahlen. Auch entstehen geringe weitere Kosten wie Porto, Telefon, Internetauftritt, Kopien etc. Deshalb waren wir eine Zeit lang auf Spenden von etwa 50 Cent pro Abend angewiesen. Besonders geschmeckt hat uns diese Regelung nicht, weil wir es wichtig finden, dass Selbsthilfe kostenlos bleibt. Seit Juli 2005 haben wir nun andere Möglichkeiten der Finanzierung gefunden, so dass ab sofort unsere Gruppen wieder kostenlos sind. Das ist doch mal was in einer Zeit, wo überall Gebühren eingeführt werden.
Bei besonderen Events (Gesamttreffen) kaufen wir Getränke und Essen ein und verteilen das auf jeden, der kommt. Bisher war das ein kleiner Kostenbeitrag von 3-5 Euro.
Geplante Workshops mit professioneller Unterstützung werden voraussichtlich etwas kosten. Die Therapeuten müssen bezahlt werden und die Krankenkassen werden diese nur zum Teil mitfinanzieren.
Geht es mir nicht zu schlecht für so eine Gruppe?
Es gibt Unterschiede, wie stark die sozialen Ängste das Leben einschränken. Manche kommen zu uns, die nur in Teilbereichen des Lebens eingeschränkt sind. Und es kommen Menschen, die in einer schweren aktuellen Krise stecken oder für die die sozialen Ängste eine stark einschränkende Rolle im Leben spielen.
Für uns sind Menschen unterschiedlichster Betroffenheit willkommen. Das einzige Kriterium ist, ob ich unter sozialen Ängsten leide und mich mit diesem Problem auseinandersetzen möchte. Wir treffen keine Auswahl, weil gerade diese große Bandbreite die Gruppe sehr befruchtet. Die stark Betroffenen brauchen die Gesünderen. Und diese können ebenfalls viel von stärker Betroffenen lernen. Beide brauchen einander.
Die Gesünderen brauchen den Mut, sich auf Menschen einzulassen, die ihnen die Schwierigkeiten zeigen, vor denen sie selber Angst haben. Angst davor, dass sie vielleicht selber auch mal stärker betroffen sein könnten.
Die stärker Betroffenen brauchen den Mut, auf Menschen zuzugehen, die sie vielleicht als stark und höherstehend empfinden.
All das ist wichtig, damit wir uns nicht von der Menschheit abkapseln sondern uns als Teil davon erleben. Der Gefahr der Spaltung zwischen "die Normalen" oder "die Starken" und "Ich" wollen wir entgegenwirken.
Auch begreifen wir die Selbsthilfe als eine Hilfe auf dem Lebensweg heraus aus sozialen Ängsten. Und in jedem Stadium dieser Entwicklung sollen Menschen bei uns willkommen sein. Würde man nur stark Betroffene zulassen, dürfte man sich gar nicht entwickeln, weil man dann ja aus der Gemeinschaft herausfällt. Dadurch würde also eher ein Umfeld entstehen, wo soziale Ängste festzementiert werden weil sie die Eintrittskarte für die Gruppe sind. Unsere Intention ist jedoch Veränderung und Bewegung.
Die große Bandbreite ist sicherlich eine Herausforderung. Damit die Begegnung gelingt, versuchen wir jedoch, ein angenehmes, unterstützendes Umfeld zu schaffen. Jeder soll ein Stück gefordert sein aber nicht überfordert.
Bin ich vielleicht nicht stark genug betroffen?
Auch hier gilt: Wenn du das Gefühl hast, dass du an diesem Thema arbeiten möchtest, dann bist du herzlich eingeladen. Du brauchst nicht erst als Eintrittskarte eine schwere Erkrankung vorzuweisen.
Löst die Gruppe vielleicht was in mir aus, dass es mir noch schlechter geht?
Wo Menschen sich treffen und über schwierige Situationen und Lebenserfahrungen sprechen, gibt es natürlich auch immer mal Momente, die für den einen oder anderen schwer auszuhalten sind. Wichtig ist hier, dass es im rechten Maß bleibt, dass die Gruppe und der Einzelne nicht überfordert wird. Der Moderator der Gruppe achtet darauf, eine gute Balance zu finden.
Wichtig ist auch zu sehen, dass manches, was schwierig ist, zugleich auch hilfreich ist. Es geht in der Gruppe also nicht darum, alles panisch zu vermeiden, was irgendwie schwierig sein könnte. Manchmal ist es gut, sich einer Schwierigkeit zu stellen. Und es ist gut, Schwierigkeiten anzusprechen, damit man damit nicht alleine bleibt.
Soziale Ängste, Sozialphobie
Ich glaube, das ich an sozialen Ängsten leide. Was soll ich tun?
Sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, kann in vielerlei Hinsicht eine große Hilfe sein. Du kannst klarer bekommen, was Deine Probleme sind, kannst dich vielleicht in vielen Aussagen anderer wiedererkennen. Oder du findest heraus, dass soziale Ängste doch nicht dein Hauptproblem sind. In einer Selbsthilfegruppe findest du auch viele, die irgendwie auf dem Weg sind, ihre seelischen Konflikte zu lösen. Und deshalb bekommst du hier auch viel Anregung, was mögliche Wege sind. Du findest hier Menschen, die bereit sind, dich zu verstehen, die dir zuhören.
Ich glaube, es gibt nicht das Allheilmittel bei seelischen Problemen, es braucht vielmehr ein breites Spektrum an Hilfsangeboten. Die Auswahl ist immer was ganz Persönliches. Psychotherapie als Einzel oder in der Gruppe ist sicherlich ein wichtiges Heilmittel. Manchen wurde durch Medikamente ein Stück weitergeholfen. Andere wiederum finden im Glauben eine wichtige Stütze und Lebenssinn. Wieder andere entdecken im Tanzen eine wunderbare Kraft für sich. Manche finden in Volkshochschulkursen Hilfe, um aus der Isolation herausfinden, mit anderen was gemeinsam zu tun. Und wieder andere machen Kommunalpolitik oder engagieren sich für eine gemeinnützige Sache. Auch sportliche Aktivitäten haben so manchen ein ganzes Stück weitergebracht. Die Wege, die Menschen gehen, sind sehr verschieden.
Will man seinen Schwierigkeiten auf den Grund gehen, benötigt man oft therapeutische Hilfe. Und auch hier gibt es eine unüberschaubare Vielfalt an Möglichkeiten. Denn neben den kassenzugelassenen Verfahren gibt es jede Menge anderer Therapieangebote, die bspw. über Volkshochschulen, Bildungswerke oder therapeutische Vereinigungen angeboten werden. Und auch hier tummelt sich natürlich alles im Spektrum von "Sehr empfehlenswert" bis "Finger weg!". Das Wichigste scheint mir hier zu sein, ein immer besseres Gefühl dafür zu entwickeln, was einem wirklich gut tut.
Wie finde ich einen guten Psychotherapeuten?
Ich finde, das ist eine schwierige Frage. Und es ist auch eine wichtige Entscheidung, wem ich mich anvertrauen will. Das sollte wohl überlegt sein. Wie in jedem anderen Beruf ist auch hier das Bemühen um gute Arbeit sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Über die Gelben Seiten kann man sich einen Überblick verschaffen, wer im Umkreis Psychotherapie anbietet (Psychotherapie, Psychologische Beratung).
Du kannst dich auch an folgende Adressen wenden:
Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten
Reidsaumstr. 4a
67063 Ludwighafen
Tel: 0621.637015
Berufsverband deutscher Psychologen (BDP)
Heilsbacher Str. 22
53123 Bonn
Tel: 0228.6410-54, 55
Psychotherapeutenkammer NRW
http://www.psychotherapeutenkammer-nrw.de
Auch kannst du dich an deine Krankenkasse wenden. Diese haben eine Liste mit allen kassenzugelassenen Psychotherapeuten in deiner Nähe.
In unserer Linkliste findest du auch weitere Anregungen, wie du einen passenden Therapeuten finden kannst.
Ich empfehle dir, mit mehreren Psychotherapeuten ein Erstgespräch zu vereinbaren. So hast du eine Vergleichsmöglichkeit und kannst dann wählen, zu wem du gehen möchtest. Nutze Deine Möglichkeit, zu wählen! Wichtig ist vor allem, dass du eine vertrauensvolle, warme Beziehung zum Therapeuten aufbauen kannst. Das ihr sozusagen miteinander könnt.
Es ist mitunter schwer, einen Psychotherapeuten zu finden, weil die oft stark ausgebucht sind. Wartezeiten bis zu einem Jahr sind üblich. Wer selber zeitlich wenig flexibel ist, muß mitunter lange auf einen Therapieplatz warten.
Wichtig ist auch: Es gibt wirklich mangelhafte und verantwortungslose Therapeuten, bei denen das eigene Wohlbefinden im Vordergrund steht und nicht die Arbeit mit dem Patienten. Betroffene berichten uns immer mal wieder davon. Solche Fälle sind sicherlich selten. Trotzdem: Idealisiert den Therapeuten nicht, sprecht Missstände direkt in Therapie an oder sucht Kontakt mit einem anderen Berater, Therapeut oder Arzt, um solche Missstände zu bearbeiten. Dieser Schritt braucht Mut und kann auch als eine therapeutisch sinnvolle Herausforderung gesehen werden, gerade wenn man mit sozialen Ängsten zu kämpfen hat.
Ich habe das Gefühl, mein Therapeut hilft mir nicht weiter. Soll ich meine Therapie abbrechen?
Es gibt viele Gründe, warum dieses Gefühl aufkommt:
- Der Therapeut bemüht sich nicht sonderlich um einen, ist gestreßt, steckt vielleicht in eigenen Problemen, so dass kein Raum mehr für den Klienten da ist. Termine kommen vielleicht nur unregelmäßig zustande und sind dann zu kurz (keine regulären 50 Minuten). Vielleicht hat er persönliche Widerstände oder Abneigungen gegen einen. Man sollte nicht vergessen, Therapeuten sind auch Menschen!
- Der Therapeut paßt irgendwie nicht zu einem. Man wird nicht warm mit ihm, bekommt keine rechte Beziehung zu ihm hin.
- Der Therapeut vertritt vielleicht eine Therapieform oder Therapieschule, die einem selber nicht liegt, die nicht ins eigene Weltbild hineinpaßt. Vielleicht soll einem was übergestülpt werden, was man selber nicht vertreten kann. Vielleicht braucht es für die Art von Schwierigkeit auch einfach eine andere Form, in der der Therapeut nicht geschult ist.
- Es ist oft der Fall, dass man in Therapie an einen Punkt gelangt, wo es scheinbar nicht weitergeht. Zu groß sind die eigenen Widerstände, etwas loszulassen, eine andere Sicht der Dinge zu bekommen usw. Nur ist genau das jetzt vielleicht dran. Und so steht man an einem Scheideweg. Entweder so weiterleben wie bisher oder einen Schritt wagen, der verdammt schwer fällt. Und an einem solchen Punkt melden sich dann auch allerlei Widerstände, z.B. der Wille, mit der Therapie aufzuhören. Mitunter durchschaut man diese Mechanismen nicht, sie sind einem nicht bewußt.
- Therapie kann mitunter auch unbequem und schwierig werden, so dass du vielleicht lieber abbrechen möchtest, sozusagen dich verpissen möchtest.
- Du bist vielleicht zu ungeduldig, hast Vorstellungen davon, wie schnell es mit dir vorangehen sollte, die sich nicht mit dem decken, was möglich ist. Schwierigkeiten, die sich über Jahrzehnte eingestellt haben, können nicht in ein paar wenigen Stunden geheilt werden.
- Irgendwas Unausgesprochenes zwischen dir und deinem Therapeuten liegt in der Luft und verhindert ein Einlassen aufeinander. Vielleicht fühlst du dich von ihm verletzt, im Stich gelassen, falsch behandelt, nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, nicht gemocht usw.
Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. Sie zeigt, das es nicht einfach ist, dieses Gefühl richtig zu begreifen. Es gibt viele Ursachen dafür. Sie können beim Therapeuten, bei dir oder noch ganz woanders liegen.
Meine Empfehlung ist deshalb, dass es wichtig ist, dir besser darüber klar zu werden, was es mit diesem Gefühl auf sich hat. Das du mit deinem Therapeuten über dieses Gefühl sprichst, das du versuchst, mehr Klarheit da hineinzubekommen. Suche nach der Wahrheit und nicht nach dem, was dir vielleicht als Begründung lieb ist.
Wenn du das Gefühl hast, dass die Auseinandersetzung mit deinem Therapeuten nicht fruchtbar ist, suche noch nach weiteren Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst. Ideal empfinde ich in diesem Zusammenhang einen weiteren Therapeuten, der in der klienzentrierten Therapieform (nach Carl R. Rogers) ausgebildet ist. Diese Therapieform forciert keine Meinungen, ist nicht richtungsweisend und bewertend sondern versucht lediglich, dich in deiner Suche nach Wahrheit und Klarheit zu unterstützen.
Vielleicht kannst du auch eine Beratungsstelle aufsuchen, die dich in solchen Fragen unterstützen kann.
Vielleicht findest du auch in dem einen oder anderen Buch Impulse, die dich auf dem Weg nach mehr Klarheit unterstützen. Ein empfehlenswertes Buch ist: "Tut mein Therapeut mir gut? von Wolfgang Siegel"
Mitunter hast du vielleicht die Möglichkeit, in die eine oder andere Therapieform über Workshops hineinzuschnuppern. Oder du besuchst mal eine Klinik zu einem Tag der offenen Tür und schaust dir an, was dort so gemacht wird.
Du kannst dich auch gerne an uns wenden, um über dieses Thema zu sprechen.
Sollte ich vielleicht in eine Klinik gehen?
In einer Klinik kann man natürlich intensiver an sich arbeiten, als das in einer ambulanten Therapie der Fall ist. Mitunter kann es hilfreich sein, zuvor eine ambulante Therapie gemacht zu haben. So kann man schonmal etwas Vorarbeit leisten und sich darüber klar werden, was man bearbeiten möchte. Man bekommt auch eine Vorstellung davon, was Therapie leisten kann, was Therapie bedeutet. Von den Krankenkassen wird oft angestrebt, dass man zuerst alle ambulanten Maßnahmen ausschöpft, weil ein Klinikaufenthalt natürlich viel kostet.
Ein großer Unterschied besteht zwischen Psychiatrien und psychosomatischen Kliniken. Psychiatrien sind die Anlaufstelle, wenn es um akute stationäre Aufenthalte geht, in Fällen, wo man zu Hause nicht mehr fertig wird. Dort wird vorwiegend medikamentös gearbeitet. Die Ressourcen für psychotherapeutische Arbeit sind meist wenig vorhanden.
Psychosomatische Kliniken oder Fachkliniken für Psychotherapie sind dagegen mehr auf intensive psychotherapeutische Arbeit ausgelegt. Hier wird also vorwiegend über viele Formen von Psychotherapie versucht, dem Patienten zu helfen. Das Spektrum eingesetzter Methoden ist oft viel größer als im ambulanten Bereich.
Auch bei Kliniken gibt es große qualitative Unterschiede. Ich finde es wichtig, sich hier selbst auf die Suche nach einer passenden Klinik zu machen. Oft ist dem Patienten garnicht bewußt, dass er sich die Klinik selber aussuchen kann. Und so wird man irgendwohin überwiesen, dort wo es besonders preisgünstig ist oder wo Kostenträger spezielle Verträge mit haben. Oft spielen andere Interessen eine Rolle, als das es um eine gute Entscheidung für den Patienten geht.
Nutze deine Möglichkeit, dich selbst für eine Klinik zu entscheiden. Wenn du dir eine Klinik selber aussuchst, ist vielleicht auch die Motivation höher, dort an dir zu arbeiten. Von daher hat es auch einen großen therapeutischen Nutzen.
Das Internet ist eine wunderbare Informationsquelle, um passende Kliniken zu finden (einiges findest du auf unserer Linkliste). Es ist eine große Entscheidungshilfe, dir vorher einige Kliniken anzuschauen. Das finde ich wichtiger, als Informationen, die dir noch so schöne Hochglanzprospekte liefern können. Die Atmosphäre, die dort herrscht, erschnuppert man am besten Live.
Nicht für jeden ist eine Klinik geeignet. Denn es bedeutet, den Großteil des Tages in Gruppen zu verbringen, wenig Rückzugsmöglichkeiten zu haben. Manch einen überfordert dies. Auch ist das Therapieangebot mitunter recht intensiv, was ebenso überfordern kann. In einer Klinik muss man auch in einem gewissen Maße fähig sein, sich für seine Bedürfnisse und Belange einzusetzen. In einer Klinik sind eine Menge an Patienten und die Gefahr ist da, dass man mit seinen Schwierigkeiten und Problemen übersehen wird. Im Zweifelsfall sollte man solche Themen mit seinem Therapeuten oder mit einem Therapeuten der Klinik besprechen.
Sonstiges
Wo finde ich weitere Beratungsangebote?
In einigen Städten gibt es sogenannte Krisenzentren. Dort kann man meist kostenlos und unverbindlich Rat einholen oder sich in Krisen unterstützen lassen.
Die Städte bieten einen sozialpsychiatrischen Dienst bei den Gesundheitsämtern an, der ebenfalls Betroffene unterstützen kann.
Verbraucherzentralen können unterstützen, wenn es um rechtliche Belange geht, bspw. darum, ob man eine Therapie finanziert bekommt. Die Verbraucherzentralen haben auch eine Broschüre herausgebracht, in der verschiedene Formen der Psychotherapie vorgestellt werden. Helfen können sie auch, wenn es um das Thema Verschuldung geht. Siehe auch http://www.vzbv.de
Viele Städte haben mittlerweile eine eigene Homepage. Schaut euch mal dort um, ob ihr vielleicht interessante Angebote entdeckt. In Dortmund findet man uns bspw. auch unter Selbsthilfe.